Der PSK-Länderpokal und die 2. Deutsche Meisterschaft der Begleithunde:

Eine kleine aber feine Veranstaltung!

„Der PSK tut zu wenig für den Sport und die Sportler“… wie oft habe ich in den letzten Jahren diesen Satz bzw. auch ähnliche Kritik gehört und teilweise auch selbst geäußert. Nach dem Länderpokal sowie der 2. DM BH/VT kann ich nur sagen: Wenn mit „der PSK“ wir alle, also auch die Sportler, gemeint sind, dann stimmt das.

Der PSK-Länderpokal ist eine Traditionsveranstaltung. Er findet seit 1996 statt und wurde damals als Freundschaftstreffen der Sportler ins Leben gerufen, um in einer harmonischen und schönen Atmosphäre einen kleinen Wettstreit der Landesgruppen auszutragen. Das „Gewinnen“ stand hier nie im Fokus, vielmehr die Gemeinschaft, nette Gespräche, schöne Abende und auch ein Üben mit dem Hund für die „große Bühne“ der DMs und WMs.

Im letzten Jahr kam dann, speziell für die Zwerge und Mittelschläge sowie auch für die jungen Riesen oder die ohne IPO-Ambitionen, die „Deutsche Meisterschaft BH/VT“ dazu. Damit richtet der PSK neben IPO, FH, Agility, Turnierhundesport und Obedience mittlerweile sechs „Deutsche Meisterschaften“ aus. Welcher andere Rassezuchtverein hat diese Anzahl an Meisterschaften? Soviel dann zum Thema „der PSK tut zu wenig…“

Umso erschreckender waren allerdings für uns als Ausrichter die Meldezahlen. Es meldeten gerade mal vier Starter für die „Deutsche Meisterschaft BH/VT“ und elf Starter in allen anderen Sparten. Von diesen insgesamt 15 Teilnehmern kamen gerade mal fünf Teilnehmer aus einer anderen Landesgruppe als der ausrichtenden LG Nordmark.

Das ist Grund genug, dass ich mich an dieser Stelle nochmals persönlich und in aller Form bei Claudia Bruns, Birgit Struckmeier, Michael Heimbs, Ottomar Kreye und Guido Schulze für die Teilnahme und die Unterstützung bedanke. Ihr seid genau die Art von Sportler, die solche Veranstaltungen am Leben erhalten und von denen es im PSK offensichtlich leider viel zu wenige gibt. Denn ohne Teilnehmer kann keine Förderung des Hundesports stattfinden, das sollten sich alle Kritiker in Zukunft dick hinter die Ohren schreiben!

Doch genug der Kritik, ich komme nun zu der Veranstaltung an sich, zu den Leistungen und zu den anwesenden Sportlern:

Der Länderpokal und die DM-BH fand dieses Jahr im hohen Norden bei der PSK OG Stade statt. Auf dem großen Übungsplatz hatten alle Teilnehmer im Vorfeld ausreichend Zeit zu trainieren, so dass alle Starter gut vorbereitet in die Prüfung gehen konnten.

Am Samstag wurden alle Fährten durchgeführt sowie (zur Überraschung einiger Teilnehmer) der Straßenteil für die Begleithunde. Diesen konnten wir vorziehen, da alle Starter bereits eine bestandene Begleithundeprüfung vorzuweisen hatten. Somit wurde es am Sonntag auf dem Platz richtig spannend.

Der Straßenteil dauert ca. 2 Stunden und wurde vom Prüfungsrichter Dieter Spinneker sehr anspruchsvoll gestaltet. Die Hunde wurden mit einer Skaterbahn, einem Bahnhof mit Zugeinfahrt, einem Glasfahrstuhl sowie einem langen Spaziergang durch die Stader Altstadt sowie die belebte Fußgängerzone konfrontiert. Dieser Straßenteil war für einige Hunde sehr stressig, andere nahmen es eher gelassen. Jedenfalls war diese Prüfung einer Deutschen Meisterschaft würdig.

In der Fährte standen am Samstag die Sieger schon fest. Ottomar Kreye siegte in der Stufe FH 2 mit seinem Harkon mit 98 Punkten, dicht gefolgt von Barbara Spang mit Ihrer Tamina und 95 Punkten. Bei den IPO-Fährten konnten auch einige tolle Leistungen bewundert werden: Eva Löhden bekam mit ihrer jungen Hündin 98 Punkte in der FPr 3, Heike Schön ersuchte sich in der IPO 1 glatte 100 Punkte. Als Gelände stand Acker mit leichtem Bewuchs zur Verfügung.

Ausklang des ersten Tages bot der Hundeführerabend, bei dem in gemütlicher Runde noch einige interessante Gespräche geführt wurden.

Der Sonntag versprach ebenfalls spannend zu werden: Es wurden alle Vorführungen auf dem Übungsplatz durchgeführt. Es starteten in der BH/VT zwei Starter „außer Konkurrenz“, da diese nicht bei einer Landesmeisterschaft teilgenommen haben. Hier setzte sich Antje Roggenbau mit „unserem Aladin“ durch.

Bei der Deutschen Meisterschaft der Begleithunde waren die Kleinsten am Ende die Größten. Platz 1 und 2 wurden von den beiden Zwergschnauzern belegt, die sich gegen die beiden Riesenschnauzer durchsetzen konnten. Deutsche Meisterin BH/VT wurde mit einem „Gesamt-Vorzüglich“ Antje Roggenbau mit „Hagar Nergal“, Vizemeisterin wurde Oksana Schilling mit einem „Gesamt-Sehr Gut“ und ihrem „Igor-Krümel vom Unicorn“.

Bei den IPO-Hunden beanspruchte am Ende das Ehepaar Schwartz das Siegertreppchen für sich und verdienten sich so ein schönes Familienfoto zur Erinnerung.

Bedanken möchte ich mich sehr herzlich bei Georg Benz, der über 700 Kilometer zu uns nach Stade gefahren ist um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben. Ebenso bei Ludwig Hornsmann, der in gewohnt souveräner Weise die Büroarbeit übernommen hat, bei dem Prüfungsrichter Dieter Spinneker für das faire und nachvollziehbare Richten sowie allen meinen Mitstreitern der OG Stade für die Unterstützung, die Teilnahme und für das „da sein“.

Ich hoffe, dass sich für das nächste Jahr trotz der schlechten Vorzeichen ein Ausrichter für diese Traditionsveranstaltung findet und rufe alle Sportler auf, im nächsten Jahr zahlreich zu melden. Ebenfalls werde ich jedem Kritiker am Sportgeschehen im PSK in Zukunft eine Meldung für den Länderpokal in die Hand drücken…, denn für die Förderung des Sports sind in erster Linie die Sportler verantwortlich.

Sören Roggenbau

SpB OG Stade und LG Nordmark